Being Okey

Wenn Liebe zum
Verbrechen wird

Ein Film von Nadia Lanfranchi, Nina Oppliger und Corinne Pfister

Screenings

Deutschland Nominiert für den Deutschen Menschenrechts Filmpreis
Toronto 10.12.2018 Human Rights Film Festival
Ljiubliana 29.11.2018 LGBT Film Festival
Glasgow 07.12.2018 Scottish Queer International Film Festival
Kassel Nominiert in der Kategorie junges dokfest
Chicago Best Documentary Short @Reeling Film Fest
Palm Springs Festival Favorite Audience Award @Cinema Diverse
Belfast Best Documentary Short @Respect Human Rights
Archiv Festival Screenings 2017/2018

If you are hiding something, there is a time you don’t even know that you are not hiding it anymore.

Synopsis

«Wir sind völlig nackt. Die Schläge kommen von überall her. Und niemand hilft uns.»

Vor elf Jahren überfällt ein wütender Mob Okey und seinen Freund in ihrem Heimatdorf in Nigeria. Homosexualität ist dort ein Verbrechen. Sie entkommen nur knapp dem Tod – trotzdem gewährt die Schweiz Okey kein Asyl. Gefangen zwischen der ständigen Angst, zurückgeschafft zu werden und der Hoffnung auf ein Leben in Sicherheit, lässt Okey an seiner inneren Zerrissenheit teilhaben. So erlebt er an der Zürich Pride bei dröhnenden Technorhythmen, was Freisein bedeutet. Während ihn im nächsten Moment die Vergangenheit einholt. Er hofft auf eine würdige Zukunft in der Schweiz, doch sie steht auf wackligem Fundament. Eine erneute Asylbefragung steht bevor. Sie wird über sein Leben entscheiden.

Trailer

Englisch

Hintergrund

Wenn Liebe zum Verbrechen wird. Ein intimes Porträt vom Kampf um Anerkennung und Schutz.

Herangehensweise

Am Anfang des Films steht die Ausweglosigkeit. Die Schweiz glaubt dem schwulen Asylsuchenden Okey seine Geschichte nicht und verwehrt ihm das Recht zu bleiben. In Nigeria trachtet eine wütende Dorfgemeinschaft nach seinem Leben. Ob von Paragrafen besiegelt oder durch Hass und Aberglaube befeuert: Okey darf nicht existieren, weder hier noch dort.

Was bedeutet es, nirgends willkommen zu sein? Und was ist der Preis der Freiheit? «Being Okey» gibt keine Antworten, sondern wirft Fragen auf. Der Film begegnet Okey in seinem Leben in der Schwebe – in der kaum erträglichen Ungewissheit. Die Nähe der Kamera macht seine innere Zerrissenheit spürbar: Zwischen der Erinnerung an die erste und einzige Liebe und der Wut auf das System, das sie ihm genommen hat. Zwischen der Ahnung vom Leben in Freiheit, und dem Wissen darum, dass sein Beruf als Medizinmann hier keinen Platz hat. Zwischen neuen Freundschaften und Solidarität und der Einsamkeit, für die er keine Worte findet.

Der Film zeigt Okey in seinen verletzlichsten Momenten, ohne ihm zu nahe zu treten. Es ist eine Begegnung auf Augenhöhe, bei der Okey den Blick lenkt. Die Kamera übernimmt die Rolle der aufmerksamen Zuhörerin – sie kommentiert nicht, sondern versucht zu verstehen. Die so geschaffene Intimität lässt Okeys Gefühlswelt erahnen und erlaubt, seine Verzweiflung und seinen unbändigen Lebensmut zu spüren.

Thema

In «Being Okey» findet der Protagonist eine Stimme. Gleichzeitig weist der Film über das Einzelschicksal hinaus. Er beschreibt die Situation homosexueller Geflüchteter, die durch ihre Sexualität ganz tief in ihrem Sein gefährdet sind. Homosexualität steht weltweit in 73 Ländern unter Strafe. Trotzdem ist in der Schweiz Verfolgung aufgrund der sexuellen Orientierung kein expliziter Asylgrund. «Being Okey» wirft ein Schlaglicht auf den langen Weg eines homosexuellen Asylsuchenden. Und zeigt was es bedeutet, Schutz zu benötigen und dafür um die Anerkennung der eigenen Geschichte kämpfen zu müssen.

My dream is to be free in my home and go back there. That’s what I want. But it’s not possible. I don’t like the situation I am in. I don’t like it!

Regie

Nadia Lanfranchi

*1980 (Chur und Bern)

Biographie

Nadia hat Soziologie und italienische Literaturwissenschaft an den Universitäten Zürich und Neapel studiert. Nach dem Lizenziat war sie für das Eidgenössische Departement für Entwicklung und Zusammenarbeit und für HELVETAS tätig. Für beide Organisationen hat sie Film- und Videoarbeiten produziert. Bücher begleiten Nadia also schon seit langem – sie liest sie nicht nur, sondern schreibt sie auch, so beispielsweise Drehbücher: Im Rahmen eines Aufenthalts in Tansania hat sie die Filmreportage «Sasa Nimeelewa » realisiert. Als Kommunikationsbeauftragte ist sie strategisch versiert, wortgewandt und hat eine Ader für visuelle Feinheiten. Ihr Fingerspitzengefühl kommt Nadia auch beim freiwilligen Engagement für queere Asylsuchende zu Gute. Wenn sie keinen Kurzfilm für einen Wettbewerb dreht – sie ist Preisträgerin des HELVETAS Clip Award – oder mit ihrem Mountainbike über Stock und Stein brettert, bezwingt die ehemalige Skirennfahrerin in ihrer Heimat die bündnerischen Pulverschneehänge.

Berufserfahrung

  • seit 2014 Projektleiterin Öffentlichkeitsarbeit, Swiss Academy for Development, Biel
  • 2013 – 2014 Wissenschaftliche Mitarbeiterin, insieme Schweiz, Bern
  • 2012 – 2013 Auslandeinsatz, HELVETAS Swiss Intercooperation, Dodoma/Tansania

Ausbildung

  • 2015 – 2017 Master Visuelle Kommunikation und Bildforschung, Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel
  • 2008 – 2014 Semesterkurse in Fotografie, Typografie, Layout, Webdesign, Bildbearbeitung, Schulen für Gestaltung, Basel und Zürich
  • 2003 – 2011 Lizentiat in Soziologie und Italienischer Literaturwissenschaft, Universitäten Zürich und Neapel
  • 1999 – 2000 Schneesportlehrerin mit Eidgenössischem Fachausweis, Swiss Snowsports, Belp

Filmographie

  • 2017  «Being Okey», 33 Min. 52 Sek., Dokumentarfilm zum Thema Homosexualität und Asyl
  • 2017  «Fleeing Homophobia», 3 Min. 45 Sek., Animationsfilm zum Thema Homosexualität als Flucht- und Asylgrund

  • 2016  «Justin», 5 Min. 01 Sek., Porträt eines Studierenden für die Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel

  • 2015  «Women on the Move – Using Sport against Trauma», 5 Min. 30 Sek., Projektdokumentation für die Swiss Academy for Development

  • 2013  «Olympia», 1 Min. 04 Sek., Kurzfilm zum Thema Klimaschutz

  • 2013  «Sasa Nimeelewa», 6 Min. 42 Sek., Reportage über ein Entwicklungsprojekt von HELVETAS Swiss Intercooperation in Tansania

  • 2012  «Nackte Tatsachen», 1 Min. 05 Sek., Kurzfilm zum Thema Fairtrade, Gewinnerin des 3. Jurypreises am HELVETAS Clip Award

Nina Oppliger

*1986 (Belp)

Biographie

Nina weiss mit Bildern umzugehen. Dank ihrem Studium in Visueller Kommunikation und ihrem Gespür für Formen und Farben, bringt sie Botschaften kreativ auf den Punkt. Seit einiger Zeit gestaltet Nina nun auch sprachliche Bilder. Um ihrer Leidenschaft für das geschriebene Wort und das Aufspüren von spannenden Geschichten nachzukommen, hat sie einen Masterstudiengang in Kulturpublizistik absolviert. So geschieht es, dass sie zuweilen tagelang in Recherchearbeit abtaucht und vergisst, dass sie eigentlich auch leidenschaftlich gerne auf Berge krakselt und Gipfel erklimmt. Nicht nur auf Wanderungen, auch auf dem Set ist Nina – ihrem Zuckerspiegel sei Dank! – für das leibliche Wohl zuständig. Nicht zu schweigen davon, dass sie die organisatorischen Fäden in der Hand hält und nie den Überblick über den Regieplan und das Budget verliert.

Berufserfahrung

  • seit 2017 Fachspezialistin Kommunikation, Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung, Zürich
  • seit 2008  Freischaffende Grafikerin
  • 2015 Redaktionelle Mitarbeiterin, Magazin Transhelvetica, Zürich
  • 2012 – 2014 Grafikerin, Schauspielhaus Zürich
  • 2011 – 2012 Grafikerin velvet creative office, Luzern

Ausbildung

  • 2014 – 2016 Master Kulturpublizistik, Zürcher Hochschule der Künste
  • 2008 – 2011 Bachelor Visuelle Kommunikation, Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel
  • 2007 – 2008  Gestalterischer Vorkurs «Basics in Design», Schule für Gestaltung Basel

Filmographie

  • 2017  «Being Okey», 33 Min. 52 Sek., Dokumentarfilm zum Thema Homosexualität und Asyl
  • 2012  «Nackte Tatsachen», 1 Min. 05 Sek., Kurzfilm zum Thema Fairtrade, Gewinnerin des 3. Jurypreises am HELVETAS Clip Award

Corinne Pfister

*1978 (Grosshöchstetten)

Biographie

Corinne ist Sozialantropologin und hat sich schon während ihrer Studienzeit mit Filmethnologie beschäftigt. Das Filmhandwerk hat sie im Rahmen ihrer Portfolioausbildung an der Schule für Gestaltung Bern erlernt. Ihre Kompetenzen reichen von der Konzeption, über Kameraführung und Ton bis hin zum Schnitt. Apropos Schnitt: In ihrem Garten wachsen Gemüse, Knoblauch und Kräuter, die sie ab und an gerne in veganer Manier schnippelt und verkocht. Corinne bringt erstaunlich vieles auf den Teller und unter einen Hut: Wenn sie nicht gerade gärtnert oder an ihren Filmprojekten arbeitet, unterrichtet sie Berufsschüler*innen in Allgemeinbildung. Und auch ihr dreizehnjähriger Sohn kommt nicht zu kurz! Corinne ist unsere Alleskönnerin und wir sind froh, dass sie momentan mehr Zeit mit «Being Okey» als auf ihrem Mäiensäss im Gental verbringt.

Berufserfahrung

  • seit 2009  Lehrkraft für Allgemeinbildung, Schule für Gestaltung Bern und Biel
  • 2007 Einsatz als Begleiterin in Friedenscamps, Chiapas/Mexiko, Feldforschung in zapatistischen Schulen Chiapas/Mexiko
  • 1999 – 2007  Anstellungen als Lehrerin, Trubschachen, Lyss, Köniz, Trub

Ausbildung

  • 2013 – 2016 Diplomstudium für den allgemeinbildenden Unterricht an der Berufsschule
  • 2009 – 2016 Portfolioausbildung Film, Schulen für Gestaltung Bern und Biel
  • 2001 – 2009 Studium Sozialanthropologie, Religionswissenschaft und Philosophie, Universität Bern
  • 1994 – 1999  staatliches LehrerInnenseminar, Langenthal

Filmographie

  • 2017  «Being Okey», 33 Min. 52 Sek., Dokumentarfilm zum Thema Homosexualität und Asyl
  • 2015  «Reitschulflohmi - a melting pot of togetherness», 36 Min. 26 Sek., Kurzfilm über den Flohmarkt der Reitschule Bern
  • 2009  «Hans Tanz», 2 Min. 26 Sek.
  • 2009  «Eingeschlossen», 9 Min. 29 Sek.

Credits

Idee/Drehbuch:
Nadia Lanfranchi, Nina Oppliger, Corinne Pfister & Lieselotte Pilser

Regie:
Nadia Lanfranchi, Nina Oppliger & Corinne Pfister

Kamera:
Nadia Lanfranchi & Corinne Pfister
Zusätzliche Kamera:
Andreas Berger & Stefanie Roth

Montage:
Konstantin Gutscher

Musik:
Bänz Isler
Zusätzliche Musik: 
Sandra Stadler 

Tonschnitt:
Nadja Gubser

Tonmischung:
Peter von Siebenthal

Colour Grading:
David Röthlisberger

Übersetzung:
Natalina Töndury

Grafik:
Nina Oppliger

Fachberatung:
Paolo Poloni & Stefanie Roth

Protagonist:
Okey

I don’t know the word to qualify how I feel. I feel more than lonely. A part of my life is not living anymore.

Pressematerial

1
Hochaufgelöste Filmstills | © Nadia Lanfranchi, Nina Oppliger, Corinne Pfister | 2017

2
Poster

3
Flyer (Englisch)

4
Sichtungslink: info@beingokey.ch

5
Hochaufgelöste Bilder Regie | © Manuel Zingg | 2017
Nadia Lanfranchi
Nina Oppliger
Corinne Pfister
alle zusammen

6
Presskit Deutsch
Presskit Englisch

7
Zusätzliches Material
Queeramnesty Informationsbroschüre: 
«Fluchtgrund sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität»
Deutsch  Französisch

Medienberichte

Asylnews, 3. September 2017
Newsletter Bern für den Film, Juli 2017
Pink Mail, Januar 2017
Crowdfunding Wemakeit, Oktober 2015
Swissfilms-Eintrag
Visions du Réel, April 2017

Kontakt

Nadia Lanfranchi, Nina Oppliger & Corinne Pfister
Regie und Produktion «Being Okey»

instagram: @beingokey
Facebook: facebook.com/beingokey

Wir freuen uns über Anfragen für Screenings oder weiterführende Informationen unter info@beingokey.ch

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